Sonnenvitamin - Vitamin D

Wofür wird Vitamin D benötigt und wie wird es richtig eingenommen?

 

Seit etwa einhundert Jahren nimmt Vitamin D seinen Platz unter den für die Menschen lebenswichtigen Stoffen ein, der von der Wissenschaft entdeckt und erforscht wurde.

Vom Nutzen des Sonnenvitamins haben sicherlich alle gehört, aber was bringt es? In diesem Artikel wird darüber berichtet, was Vitamin D ist, wo es enthalten ist, wie gefährlich Mangel und Überdosierung sind. 

 

Formen von Vitamin D

 

Alle Vitamine D-Gruppe werden oft als Kalziferol bezeichnet, obwohl das der Name eines bestimmten Vitamins, nämlich von D3 ist. In der medizinischen Praxis wird Vitamin D in den Formen D2 und D3 verstanden. Sie gelten als die Aktivsten und sind daher am wichtigsten, wenn es darum geht, notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Die Funktionen all dieser Vitamine sind ähnlich, daher kann man behaupten, dass sie sich hauptsächlich in der Aktivität und der Herstellungsmethode unterscheiden. In den Publikationen werden sie oft nicht einzeln betrachtet, sogar die über Vitamin D sprechende Ärzte verstehen darunter alle seine Formen. Wenn es sich um ein bestimmtes Vitamin handelt, wird es separat erwähnt.

 

Laut der modernen Wissenschaft wird Vitamin D in sechs Formen dargestellt:

 

D1 ist eine Form, die in ihrer Zusammensetzung zwei Secosteriode, Ergocalciferol und Lumisterol, aufweist. Es wurde vor mehr als einhundert Jahren in der Dorschleber entdeckt. In seiner reinen Form kommt das Vitamin nicht vor und kann nur durch chemische Synthese gebildet werden. D1 fördert das normale Wachstum von Knochengewebe, kontrolliert die Menge von Makroelementen im Körper. Mit ausreichender Aufnahme kann es in Muskel- und Fettgewebe gespeichert und nach Bedarf verbraucht werden.

D2 oder Ergocalciferol bildet sich durch die Einwirkung von ultravioletten Strahlen auf Ergosterol. In der Natur wird es von Pilzen synthetisiert. D2 kann gleichzeitig als Vitamin und als Hormon bezeichnet werden, es reguliert den Kalzium- und Phosphorspiegel und beeinflusst gleichzeitig die Arbeit der inneren Organe durch seine eigenen Reizaufnehmer. Wenn der Körper Kalzium oder Phosphor braucht, beginnt er dieses Vitamin aktiv zu synthetisieren oder seine Reserven aufzubrauchen.

- D3 oder Cholecalciferol ist das wichtigste Vitamin seiner Gruppe. Es ist an einer großen Anzahl von Prozessen des Organismus beteiligt, hat eine Wirkung auf die meisten Systeme wie Nervensystem, Blutgefäßsystem und Immunsystem.

- D4 oder Dihydroergocalcalifer ist wie andere Vitamine der Gruppe D für den Stoffwechsel und die Kontrolle von Makroelementen verantwortlich. Aber im Gegensatz zu den anderen hat es eine besondere Funktion - es ist verantwortlich für die Produktion eines speziellen Hormons durch die Schilddrüse, das Kalzium aus den Knochenspeichern des Körpers entnimmt.

D5 oder Sitokaltsiferol ist dem Vitamin D3 in seiner Struktur und seinen Eigenschaften sehr ähnlich, aber viel weniger toxisch. Dadurch wird das Vitamin erfolgreich in der Medizin verwendet, zum Beispiel in der entzündungshemmenden Therapie und bei der Behandlung von Diabetes.

D6 oder Stigmacalciferol gilt als Vitamin mit geringer Aktivität. Es ist verantwortlich für die Prävention von Osteoporose und Rachitis, sorgt für die normale Entwicklung des Knochensystems.


Anwendungsgebiete

 

Die Vitamine D-Gruppe wird für therapeutische und präventive Zwecke verordnet. Im ersten Fall wird das Vitamin in Kombination mit Basistherapie verordnet, oft bei Krankheiten mit Pathologien des Skelettsystems und Mangel an Kalzium im Blut. Der Unterschied zwischen den therapeutischen und prophylaktischen Verfahren besteht nur in der Dosierung: bei der Behandlung werden sie täglich in einer Menge von 100 bis 250 Mikrogramm eingenommen, für die Vorbeugung sind es 10-15 Mikrogramm.

 

In welchen Fällen wird die Einnahme von Vitamin D empfohlen

 

- bei der Behandlung und Vorbeugung von Rachitis

- bei Frakturen und bei ihrer schlechten Konsolidierung

- bei Osteoporose

- Hypothyreose

- Lebererkrankungen

- erhöhter Knochenbrüchigkeit

- bei chronischer Gastritis

- Pankreatitis

- bei niedrigem Gehalt an Vitamin D im Körper

- bei Mißständen des Zahngewebes

 

- uberkulose und Diathese

Kontraindiktionen

 

Trotz der gesundheitlichen Vorteile von Vitamin D gibt es eine Reihe von Krankheiten, bei denen die Einnahme kontraproduktiv ist:

- Hyperkalzämie (überschüssiges Kalzium im Blut)

- Magengeschwürpenetration und Zwölffingerdarmgeschwür

- aktive Form von Lungentuberkulose

- D-Hypervitaminose

- akutes Nierenversagen

- Herzarrhythmie

- koronare Herzkrankheit

- chronische Nierenerkrankung

- mit Vorsicht ist Vitamin D bei Atherosklerose, Herz- und Niereninsuffizienz, während der Schwangerschaft und der Stillzeit einzunehmen.

 

Dosierung

 

 

Auch für einen gesunden Menschen ist die Dosierung von Vitamin D nicht gleich. Sie ist vom Alter, Gewicht und anderen Faktoren abhängig. Für die Bezeichnung der Dosierung von Vitamin D werden Angaben in Mikrogramm (μg) und in internationale Einheit (IE) verwendet. Diese Maßeinheiten werden wie folgt umgerechnet: Eine internationale Einheit entspricht 0,025 μg und ein Mikrogramm 40 IE. Die in der Liste angegebenen Dosierungen sind optimal, um die Vitaminreserven sicher aufzufüllen. Die Überdosis kann Hypervitaminose hervorrufen und somit das Auftreten von unangenehmen Symptomen.

 

Wo ist es enthalten?

 

Vitamin D wird oft nicht umsonst als Sonnenvitamin bezeichnet. Fast alle seine Formen, ausgeommen D2, werden in der Epidermis der Haut unter dem Einfluss von Ultraviolett synthetisiert. Provitamin D3 wird aufgrund thermischer Isomerisierung in Cholecalciferol (D3) umgewandelt, gelangt danach ins Blut und wird zur Leber getragen. Im Sommer genügt das Vitamin, damit der Körper normal funktioniert, im Winter wird seine Produktion jedoch deutlich reduziert. Dicke Kleidung und ein kurzer heller Tag verhindern seine Synthese in üblichen Mengen. Zusätzlich zur Synthese im menschlichen Körper ist Vitamin D in Lebensmitteln und vor allem in Produkten tierischen Ursprungs enthalten. Fleisch, Fisch, Leber und Eier haben einen hohen Gehalt an Vitamin D. Ein hoher Vitamingehalt wird auch in Sauermilchprodukten festgestellt. In pflanzlichen Lebensmitteln ist Vitamin D praktisch nicht vorhanden. In geringen Mengen findet es sich in Maisöl, Kartoffeln und Petersilie.

 

Mangel und Überdosierung

 

Vitamin-D-Mangel tritt bei jedem zehnten Einwohner unseres Planeten auf. Ein Mensch, der an Hypovitaminose leidet, wird schnell müde, schwach, hat Muskelschmerzen, Probleme mit Zähnen und dem Sehvermögen. Wenn diese Symptome nicht rechtzeitig beachtet werden, können einem Patienten ernste Erkrankungen wie Rachitis, Osteoporose, Arthritis, Knochenverformungen drohen. Von Rachitis sind meist Kleinkinder betroffen. Bei einem Mangel an Vitamin D können bei ihnen Haarausfall, Schwitzen, Probleme beim Zahnen auftreten. In schweren Fällen können sich die Brustknochen verformen und weich werden, ein Buckel erscheint. Für schwangere Frauen ist es daher wichtig, sicherzustellen, dass der Vitaminspiegel Normwerte aufweist. Säuglingen darf man es schon in den ersten Lebensmonaten geben. Osteoporose ist eine weitere Erkrankung, die mit einer Hypovitaminose in Zusammenhang steht. Am häufigsten tritt sie bei älteren Menschen auf und führt dazu, dass jeder, sogar ein leichter Bluterguss zu Rissen oder Knochenbrüchen führt. Vollständig heilbar ist Osteoporose heutzutage nicht, man kann nur zusätzlich Vitamin D und Schmerzmittel einnehmen. Zu dieser Liste von Krankheiten kommen häufig Depressionen und Migräne hinzu, die auf den Vitaminmangel zurückzuführen sind.

Eine Überdosierung kommt vor, wenn auch eher selten. Vitamin D kann sich im Körper ansammeln. Eine Überdosis kann Krämpfe, Herz- und Atemprobleme, Schwäche, Übelkeit und Bluthochdruck hervorrufen. Manchmal bilden sich arteriosklerotische Plaques an den Wänden der Blutgefäße, sie sind auf einen überhöhten Kalziumgehalt zurückzuführen. Eine Hypervitaminose kann nur dann auftreten, wenn hohe Dosen von Vitamin D hältigen Präparaten eingenommen werden. Ein langer Aufenthalt in der Sonne führt zu keiner Überdosis, die Sonnenbräune schützt die menschliche Haut dagegen.

Die Behandlung besteht darin, die Aufnahme von Vitamin- und Pflanzenkost zu stoppen. Der Aufenthalt in der Sonne soll ebenfalls vermieden werden. In einigen Fällen ist die Einnahme von Medikamenten erforderlich, die Kalzium aus dem Körper entfernen, oder selbst eine stationäre Überwachung. Um einen Mangel oder eine Überdosis an Vitamin D festzustellen, kann man eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Es wird empfohlen, einige Tage vor der Blutabnahme auf die Einnahme von Vitamin D hältigen Vitaminkomplexen und Medikamenten zu verzichten.



Nebenwirkungen

 

Vitamin D hat viele Nebenwirkungen. Sie können in zwei Fälllen auftreten: bei übermäßiger Zufuhr oder bei individueller Unverträglichkeit. Zu diesen Nebenwirkungen gehören niedriger Blutdruck, Schwäche, Reizbarkeit und Übelkeit. Wird die tägliche Norm des Vitamins systematisch überschritten, können sich in den Organen Kalziumsalze ablagern.